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Fahrbericht VW Golf 6 Variant

Autoverleiher lieben die Modelle aus Wolfsburg! Behaupte ich jetzt einfach mal. Sixt, Europcar und wie sie alle heissen möchten mit wenig Aufwand zufriedene Kunden, am liebsten vielfahrende Firmenkunden, haben die regelmäßige Kontingente abnehmen. So erkläre ich mir das ich bei den ganzen Firmenleihwagen (ja der Octavia ist noch immer nicht da) so oft einen VW Golf bekommen habe (Artikel). Dieses mal war es ein

Golf VI Variant 1,6 TDi

Übergabe war wieder am Dortmunder Flughafen, übrigens eine nette Location zum Auto abholen da die guten Stücke schön im überdachten Parkdeck warten – nix Sonne, Regen oder Schnee. Das Ausstattungspaket war wieder ein mit dem Style Paket aufgepimpter Trendline. Metalliclackierung, schicke Leichtmetallfelgen, abgedunkelte wärmedämmende Verglasung im Fond und Kofferraum, vollständige Ausstattung im Innenraum und tolle Sitze. Leider  fehlte es dem Kollegen an Schub da er von Europcar mit dem kleinen 1,6 L Dieselmotor gestellt wurde. Mit seinen 105 PS / 77 kw produziert er zwar schon ab 1.500 U/min ein Drehmoment von 250 Nm aber Hubraum ist nur durch mehr Hubraum zu ersetzen *der Euro ist schon im Phrasenschwein*. Mal sehen wie dieser seinen Dienst verrichtet. Aber nun erstmal alles betrachten was der Variant so mitbringt.

Innenraum Streber

Wer diesem Innenraum nix abgewinnen kann, hat ein echtes Problem. Zum silbernen Metallic Lack perfect passende schwarze Innenausstattung, dezent plazierte Chromapplikationen hier und da, tolle Ergonomie. Alle Schalter und Bedienelemente sind da wo sie hingehören, die Vordersitze sind in der Weite und Höhe verstellbar und bieten eine tolle Seitenführung, das Lenkrad ist vertikal und axial einstellbar. Auch das Multimediacenter ist intuitiv zu bedienen und selbst die Navifunktionen sind ohne Handbuch abruf- und nutzbar – Klasse. Die Kombiinstrumente lassen sich gut ablesen und per Fingertipp auf den, rechts vom Lenkrad angebrachten, Multifunktionshebel alle Zusatzinfos aus dem Bordcomputer ablesen. Wegen der Style-Ausstattung gab es hier auch noch ein Goodie on Top, nämlich die eigene Konfiguration der Komfortschließung. Auto fährt los- Türen werden verriegelt – gut ist! Haben leider nicht alle Ausstattungen und wem einmal in Rom die Rückbank an der Ampel geplündert wurde wird dieses Goodie zu schätzen wissen.
Elektrische Fenster- und Glasdachheber/öffner sind selbstverständlich mit Blockierschutz und lassen ein Einklemmen von Händen und Armen nicht zu. Isofix Kindersitzadapter auf den beiden äußeren Rücksitzen sind ebenfalls eine feine Sache.

Der leider nicht elektronisch(per Funkfernbedienung) zu öffnende Kofferraum packt richtig was weg. Unsere 110 L Paddeltasche ( Northface Duffel Bag) passt locker quer hinter die Rückbank und gibt dann immer noch ausreichend Volumen ab um weiteres sperriges Outdoorgeraffel mit reinzupacken. Nett das es auch ein Ladungsschutznetz direkt dabei hatte. Beim Bremsen nach vorne fliegende Ladungsteile sind so Geschichte.

Doppelter Ladeboden – Sinn oder Unsinn?

Der Golf hatte diesen doppelten Ladeboden im Kofferraum. Allerdings erschließt sich mir nicht so 100% der Sinn und Nutzen. Klar kann ich da einiges an kleineren Utensilien reinpacken und hab so den Kofferraum immer hübsch aufgeräumt. Aber dafür kann ich auch genauso die in den Seitenwangen versteckten Staufächer nutzen, denn wenn die Hütte vollgepackt ist komme ich an diese  Ablagen viel einfacher ran! Wer mir hier den ultimativen Einblick liefern kann, bitte in den Kommentaren melden – danke.

Fahrspaß inklusive

Der Golf Variant an sich macht echt Laune, auch wenn ich die Motorisierung mit den 105 PS als zu wenig empfinde. Agil, gut überschaubar und klasse zu händeln, so zeigte sich der Golf auf den ersten Kilometern Richtung Unna. Ich fahre vom Dortmunder Flughafen, um zwei Fahrwerksmerkmale zu erleben, immer über die Autobahn nach Unna. A44 Richtung Werl bis zum Kreuz Unna und am Kreuz Unna auf die A1 Richtung Bremen bis Unna Zentrum für die Ortskundigen. Jedenfalls kurz vor dem Kreuz Unna bietet die Abbiegespur ein paar richtig heftige Bodenwellen die bei Temp0 120+ km/h das Eintauchverhalten des Fahrwerks schon ordentlich beanspruchen. Viel interessanter ist es aber hier zeitgleich einzulenken und abzubremsen. Hier konnte ich schon mit einem Opel Astra und einem Ford Focus Dinge erleben die nicht mehr spaßig waren, aber der Golf zog stur seine Bahn. Kein verreißen des rechten Vorderrades während des eingelenkten Bremsen, kein stempeln der entlasteten Hinterachse – geil!

Auch die nachfolgende, mit wechselndem Radius enger werdende, Kurve ließ sich der Wagen nicht aus der Ruhe bringen. Zwar mit etwas seitlichem Nicken aber an einer Linie zog der Variant hier mit knappen 90 km/h durch die Kurve – easypeasy bei trockener Fahrbahn. Ordentlich.
Auch im Innenstadtgewühle der Unna’er City zeigte er keine Schwächen. Parkplätze ließen sich gut einflutschen und auch  schnelle Spurwechsel gelangen problemlos. Dabei freute es meine Frau auch sehr über die Sitzhöhenverstellung und Übersichtlichkeit des Wagens. Auch ohne Parkdistancecontrole vorne und hinten (PDC) wusste sie stets wo das Auto zu Ende war :-)

Unauffälliges Motörchen

Die kleine Dieselmaschine machte mir jedenfalls keinen Spaß, dieses Aggregat gehört in einen Polo aber nicht in einen Golf. Zu wenig Reserven für die Autobahnfahrten, etwas brummig im Stadtverkehr. Hmm – nicht Fisch nicht Fleisch.
Unauffällig auch sein Verbrauch der allerdings im Vergleich zu dem 2,0 L TDI auch nicht so viiel geringer ist. Ganz nett ist, das der 1,6er etwas schaltfauler zu fahren ist; allerdings ist das flotte schalten mit dem 6-Gang Getriebe auch kein Problem. Interessanterweise ist der 1,6er im Golf viel deutlich leiser als der gleiche Motor in einem Skoda Fabia Modelljahr 2009. Ob der Fabia jetzt eine frühere Motorenbaureihe besitzt oder der Golf eine bessere Geräuschdämmung – keine Ahnung.

Mein Fazit

Toller Wagen in einer perfekten Größe, Passat muss nicht sein. Die Style Sonderausstattung macht aus einem VW Trendline einen klasse ausgestatteten Wagen dem es fast an nichts fehlt. Allerdings verliert der Golf an Fahrspaß durch den 1,6 L Diesel Motor aus dem VW Regal. Die 105 PS sind für einen Wagen mit 1.445 kg Leergewicht zu knapp. Hier jetzt noch einen genauso schweren Wohnwagen dranzuhängen plus 535 kg Zuladung führt meiner Ansicht nach zu einem unfahrbaren Gespann :-(
Mit dem optionalen 2,0 Liter Dieselmotor ein nahezu perfekter Wagen der Kompaktklasse.

[box type=infobox]Als ich diesen Wagen über knappe 4 Wochen fahren durfte hatte ich leider nicht einen Gedanken später einen Autoblog zu schreiben. Genau deswegen kann ich leider keine eigenen Fotos liefern :-([/box]